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Der "Internet Worm 1988"
Am Mittwoch Abend, den 2. November 1988, drückte Robert Morris Jr. im
falschen Moment auf den falschen Knopf. Er hatte ein Programm geschrieben,
welches eigentlich vor allem nichts machen sollte:
Es löschte oder veränderte keine Daten, spionierte keine
Passwörter oder sonstige Informationen aus, es installierte auch keine
"Hintertürchen", das Programm sollte eigentlich nur eines machen: Sich
selbst auf so vielen Computern, wie es erreichen konnte, zu installieren
und dabei möglichst unentdeckt zu bleiben. Das Programm war ein "Wurm".
Wie das Leben so spielt, gab es aber leider ein paar Bugs in diesem Programm,
die schwerwiegende Folgen hatten. Die Rechner schickten den Wurm nicht
nur zu immer weiteren Maschinen, sie schickten ihn auch zu Computern
zurück, auf welchen der Wurm bereits lief. Von diesen Computern aus
suchten dann zwei Würmer gleichzeitig nach anderen Rechnern... und dann
drei Würmer... und dann vier...
Bis am Ende große Teile des Internets kollabierten, weil tausende von
Rechnern unter der Last der Wurmprozesse ihren Dienst versagten und
die Administratoren in Panik die Netzwerkkabel abzogen (was vor allem
den Empfang der E-Mails verhinderte, in denen man in der
Zwischenzeit lesen konnte, wie der Wurm funktionierte und was man dagegen
unternehmen konnte).
Robert Morris wurde festgenommen und zu drei Jahren Haft auf Bewährung, 400
Stunden Soziale Dienste, 10.500 US-Dollar, sowie der Übernahme der entstandenen
Gerichtskosten verurteilt.
Lange Jahre war der "Internet Worm 1988" nur eine allgemein bekannte und
gern erzählte Anekdote bzgl. Internet-Security und Netzwerk-Sicherheit.
Die damals vom Wurm betroffenen Rechner (VAXen von DEC und Sun3 von SUN)
gibt es schon lange nicht mehr. Andere ernst zu nehmende Würmer, welche
in der freien Wildbahn ihr Unwesen hätten treiben können, tauchten lange Zeit
nicht auf, bis zum Sommer 2001.
Code-Red
Jeder von Code-Red infizierte Rechner versuchte, wie schon der "Internet
Worm" von 1988, andere Computer zu erreichen. Wenn ein anderer Rechner mit
IIS ohne Security-Patch gefunden wurde, drang der Wurm in den Computer
ein und suchte von dort aus wieder nach anderen Maschinen.
Die Orginalversion von Code-Red war relativ harmlos und konnte durch
einen einfachen Reboot vom Rechner entfernt werden. Es dauerte aber
nicht lange bis modifizierte Versionen des Wurms namens "Code-Red-II"
und später "Nimda" auftauchten, welche sich durch verbesserte Algorithmen
schneller im Internet verbreiteten, ja schlimmer noch: Die neuen Versionen
nisteten sich in der Festplatte ein und installierten sog. Hintertürchen,
so dass auf diesen Rechnern beliebige Programme gestartet werden konnten.
Nach einigen Wochen wurden die Rechner nach und nach von den Würmern
befreit, die Sicherheitslücken geschlossen und es kehrte wieder
Ruhe im Internet ein. Die Kosten allein für Code-Red, welcher über eine
Million Rechner befiel, wurden Anfang September 2001 auf 2,6 Milliarden
US-Dollar geschätzt (und dabei kam der viel gefährlichere Nimda-Wurm
erst ein paar Wochen später).
SQLSlammer
Dieser neue kleine Wurm, welcher dieses Mal den Microsoft SQL-Server befallen hatte, infizierte
innerhalb weniger Minuten über 150000 Rechner im Internet.
In Südkorea (von wo der Wurm ausging) wurde die Börse beeinträchtigt, so
dass das Handelsvolumen auf den tiefsten Stand seit drei Monaten fiel.
In Amerika fielen 13000 Geldautomaten der Bank of America aus und bei den
Continental Airlines kam es zu Flugverzögerungen.
Auch Microsoft selbst war von dem Wurm betroffen, so dass es den Anwendern fast
während des kompletten 25.1. nicht möglich war den benötigten Patch von den entsprechenden
Servern von Microsoft herunterzuladen. Einzig positiver Aspekt war,
dass das SPAM-Aufkommen an diesem Wochenende merklich geringer war,
da sehr viele Werbemails von Südkorea aus verschickt werden.
Heute tritt der SQLSlammer in freier Wildbahn nicht mehr auf, da er
auf Grund seiner Programmierung einen Reboot des befallenen Rechners
nicht überlebt und infizierte Computer sehr schnell auffallen, da
sie das lokale Netzwerk komplett lahmlegen. Wir haben den SQLSlammer
deswegen in den Graphen unserer Gesamtstatistik nicht weiter berücksichtigt,
da er auf Grund seiner Intensität alle anderen Graphen eliminiert hätte.
Heute
Falls Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Computer beim nächsten
Wurmbefall nicht mit betroffen sein werden, stehen wir Ihnen gerne mit
unseren Diensten zur Verfügung... Schreiben Sie uns doch einfach eine
kurze E-Mail!
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